Pride Month 2020: Die Geschichte hinter der dem LGBTQ-Movement

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Der Pride Month 2020 steht vor der Tür und wird wie jedes Jahr im Juni zelebriert und in vielen Großstädten veranstaltet. Er feiert den Wendepunkt in der Geschichte der Homosexuellenbewegung, der mit den Ereignissen in Stonewall 1969 einherging. In den USA wird in der Regel der letzte Sonntag des Juni als „Gay Pride Day“ gefeiert, jedoch ist der exakte Tag allgemein flexibel ausgerichtet.
In den großen Städten der USA feiert man diesen Tag jedoch über Tage hinweg, den ganzen Juni hindurch, indem verschiedene Vereine und Zusammenschlüsse verschiedene Veranstaltungen organisieren: Konzerte, Parties, Picknicke, Workshops und große Paraden. Die Events rund um den LGBTQ Pride Month finden Anklang von etlichen Menschen aus allen Ecken rund um den Globus. Auch während des Pride Month 2020 werden Erinnerungen an verstorbene Aktivisten und Angehörige der Homosexuellenbewegung geteilt, um sie in Erinnerung zu behalten.

Die Geschichte des Pride Month 2020 beginnt mit der Homophilenbewegung

Während der “Goldenen Zwanziger” gab es sowohl in Deutschland als auch in den USA relativ viele Freiheiten für Homosexuelle, die jedoch spätestens mit Beginn der NS-Zeit wieder in Verfolgung endeten.

Wegen der in der Gesellschaft stark verinnerlichten Homophobie sahen sich Homosexuelle oft selbst als krank an, waren bemüht, dass ihre sexuelle Identität nicht auffiel, und lebten diese nur heimlich aus. Zwischen den 40er und 60er Jahren gab es die Homophilenbewegung, in der man versuchte, sich weitestgehend der konformen Gesellschaft anzupassen, hoffte so auf Toleranz. Es gab eine eigene, homophile Zeitung („Der Kreis“, 1943-1967), bei der die Autoren anonym unter Verwendung von Pseudonymen ihre Artikel veröffentlichten. Feste wurden damals nur intern gefeiert.

Die erste öffentliche Demonstration fand in den USA nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt, wo sich zehn Menschen (davon vier homosexuell, sechs heterosexuelle Sympathisanten) vor dem US Army Induction Center in NYC versammelten und eine Mahnwache abhielten, die sich gegen die unehrenhafte Entlassung und Ausmusterung aufgrund der Sexualität richtete.
1965 gab es eine weitere Demonstration, diesmal in Washington vor dem Weißen Haus mit abermals zehn Menschen. Die meisten Unterstützer der damaligen Gay Pride Bewegung fürchteten nachteilige Auswirkungen durch öffentliches Auftreten und hießen diese Proteste nicht für gut. Die ECHO („East Coast Homophile Organization“) unterstützte die Proteste ab Mai 1965 und im selben Jahr noch fanden sechs weitere Mahnwachen und Demos in Washington statt, die nun eine bessere Publicity in den öffentlichen Medien erhielten.

“Leben, Freiheit und Streben nach Glück”

1965, am 4. Juli, fand eine Demonstration am Unabhängigkeitstag unter dem Motto “Leben, Freiheit und Streben nach Glück” (beschrieben in der Unabhängigkeitserklärung, aber Menschen mit jeglicher anderen Sexualität als Heterosexualität verwehrt), bereits 40 bis 50 Anhänger.
Aus dieser Mahnwache entwickelte sich der jährliche Erinnerungstag („Annual Reminder Day“), aus dem sich 1970 der „Christopher Street Liberation Day“ entwickelte.
Anfänglich „provozierte“ man nicht und verzichtete auf Händchenhalten und ausgefallene Kleidung: Man kleidete sich so, wie die konservative Gesellschaft es vorschrieb – Röcke für die Frauen, Anzüge und Krawatten für die Männer. In Deutschland wurden hingegen erst 1969 die ersten Gay Pride Bewegungen gegründet.

Stonewall 1969 – ein Ereignis das alles veränderte

Freitag auf Samstag, 27. auf 28. Juni 1969, wurde im Stonewall Inn in der Christopher Street, Greenwich Village, eine der damals standardmäßig stattfindenden Razzien durchgeführt, die aber auffällig spät stattfand, nämlich erst um 1.30 Uhr. Nach verdachtsunabhängigen Personenkontrollen gingen die meisten Gäste allerdings nicht nach Hause, sondern versammelten sich vor dem Lokal, zu denen sich einige Menschen, die den Weg passierten, gesellten. Ein paar derer, die wegen auffälliger Kleidung oder aufgrund des Fehlens ihrer Personalausweise und auch, weil sie schlicht in dem Lokal angestellt waren, verhaftet werden sollten, weigerten sich des Abtransportes und es entstand das Gerücht, man habe das Schmiergeld nicht bezahlt. Als Reaktion warfen Menschen mit Pennies nach den Polizisten und deren Wägen, später flogen Flaschen und Ziegelsteine. Diese Menschen wollten nicht länger Opfer der stereotyp-heterosexuellen Gesellschaft sein. Sie wollten nicht länger wegen ihrer sexuellen Identität diskriminiert werden.

gay pride stone wall 1969Es kam zur Eskalation, die Menschen rebellierten offen, riefen „Gay Power!“ aus. Gegenüber mit Schlagstöcken ausgestatteten Polizisten stand nun eine „Kickline“, wie man sie von Tänzerinnen bei der Show kennt. Man holte sich Gefangene von der Polizei zurück und befreite sie. Die Homosexuellen wehrten sich gegen die Repression der Polizei, erstmals seit Beginn der Homophilenbewegung.

Die Ereignisse in Stonewall gelten seither als Wendepunkt der Schwulenbewegung und als Anfang der modernen Gay Pride Bewegung, da sie einen sehr starken Einfluss auf das heutige Selbstverständnis homosexueller Menschen und dem heutigen Verständnis von „Queerness“ hatten. Kay Lahusen bezeichnete diese Nacht als „Geburtsstunde der Schwulenbefreiungsbewegung“. Frank Kameny, ein jahrelanger Aktivist der damaligen Homophilenbewegung, erinnert sich, dass es vor Stonewall etwa „50 bis 60 Gruppen im Land [gab]. Ein Jahr später waren da mindestens 1.500. Und zwei Jahre später waren es, soweit man die Zählung erweitern konnte, 2.500“.

Brenda Howart und Craig Rodwell kämpfen für die Rechte von Homosexuellen

Die „Mother of Pride“, Brenda Howard, selbst bisexuell und sexpositive Feministen koordinierte mit Craig Rodwell, der sich ebenso für die Rechte von Homosexuellen einsetzte, den „Christopher Street Gay Liberation Day March“ zum ersten Jahrestag der Ereignisse in Stonewall am 28. Juni 1970. Hier erhielten sie kurz vor knapp, etwa zwei Stunden vor Beginn des Demonstrationszuges, die Genehmigung. Der Zug bestand aus mehreren hundert Teilnehmern und verlief durch Greenwich Village, passierte dabei 51 Häuserblöcke. Mit Fortschreiten der Route traten auch immer mehr Menschen, die die Route passierten, dem Demonstrationszug bei.
Laut Berichten in der New York Times nahm der Zug über 15 Blöcke hinweg gesamte Straßen ein. Weil man jedoch Angst vor unvorhersehbaren Reaktionen Schaulustiger hatte, verkürzte man die ursprüngliche Route um etwa die Hälfte. Es gab jedoch weitestgehend keine Gegenaktionen und die Veranstaltung verlief insgesamt friedlich, man rief „die neue Stärke und [den] neuen Stolz der Schwulen und Lesben“ aus.

Doch nicht nur in Greenwich Village, auch in Los Angeles und San Francisco gab es Demonstrationen an diesem Tag, die man „Gay Freedom Day“ nannte oder „Gay Liberation Day“ in Atlanta. Dass Chicago keine Genehmigung der Demonstration erteilte, schreckte die etwa 150 Menschen hier nicht ab und sie hielten ihre Demonstration auf den Bürgersteigen ab.

Als der Gay Pride March nach Europa kam

Die erste Demo in Europa fand 1970, im November, in London statt und umfasste 80 Teilnehmer. Zwei Jahre darauf nannte man den Marsch, der über die Oxford Street führte und an dem ca. 2000 Menschen teilnahmen, zum ersten Mal „Gay Pride March“.

In Deutschland sind seit 1969 homosexuelle Handlungen nicht mehr komplett verboten. Dennoch wurden Homosexuelle weiterhin in Psychiatrien behandelt und Schwulenbars traf man eher subkulturell an. Es kam die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ auf, aus welcher sich weitere Vereine in Berlin entwickelten. Ideale aus der 68er Bewegung flossen mit ein, einige sahen die einzige Möglichkeit in einer radikalen sexuellen Revolution. Viele zeigten sich, bewusst provozierend, in möglichst grellen Farben.
Ab Mitte der 70er Jahre nahmen Homosexuelle die früheren Schimpfworte „schwul“, „warm“ und „lesbisch“ bewusst als neue, positive und identitätsgebende Begriffe auf.

Am 27. April 1972 fand die erste Demonstration in Münster statt, die ersten expliziten Demos zum Christopher Street Day in Deutschland war am 30. Juni 1979 in Köln, Bremen, Stuttgart und Berlin. Sie standen unter dem Motto „Gay Pride“. In der Schweiz gab es den ersten „Christopher Street Liberation Memorial Day“ am 24. Juni 1978, in Paris 1981.

In Österreich wurde das Totalverbot durch neue Gesetze ersetzt, die ein Werbeverbot und auch ein Vereinsverbot beinhalteten. Die „HOSI Wien“, 1979 gegründet, war zum Glück nicht von dem Verbot betroffen, da das Innenministerium diese pragmatisch auslegte. Sie marschierte am 26.04.1980 bei antifaschistischen Demonstrationen mit und hielt 1981 in der Opernpassage Wien einen Infostand zur Erinnerung an Stonewall ab. Weitere Aktionen führten 1984 zu der Veranstaltung der „Warmen Woche“ vom 17. bis 29. Juni. Seit 1969 findet die „Regenbogenparade“ in Wien jährlich statt.

Die damals eher kleinen Paraden und Demonstrationen wurden mit der Zeit immer organisierter unter dem Motto „Gay Pride“ veranstaltet und auch der Pride Month 2020 wird dieses Jahr quer über den Globus viele Veranstaltungen bieten. Aktuelle Infos zu den genauen Terminen haben wir dir hier verlinkt.

Zum Schluss ein Fun-Fact: der aktuell beliebteste Cocktail in der LGBTQ-Community ist der Vodka Soda. Erfahre hier wie du den perfekten Vodka Soda mixt.

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